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Anna Karenina, eiskalt

Anna Karenina, eiskalt Ewa Hess | 25. November 2012 – 00:36 Keira Knightley erzählt mir in London über die animalische Unberechenbarkeit der Anna Karenina, Sexszenen und die grosse Liebe. Die Welt hat Keira Knightley bei der Schauspielausbildung zugesehen, denn die britische Mimin steht vor der Kamera, seit sie sieben Jahre alt ist. Nach Welthits wie «Bend It Like Beckham» und «The Pirates of The Caribbean» drehte sie in den letzten Jahren oft Filme mit dem Regisseur Joe Wright, der wie sie ein Brite ist. Für ihn hat sie in den Literaturverfilmungen «Pride and Prejudice» sowie «Atonement» die reifsten Rollen ihrer Karriere interpretiert. Nun tritt sie zum dritten Mal in einem Wright-Film auf, als Titelheldin seiner Verfilmung von Leo Tolstois Roman «Anna Karenina». Zwar klein und zerbrechlich, aber nicht mehr so gespenstisch dünn wie zur Zeit der «Piraten», erscheint Keira Knightley kurz vor der Premiere zum Interview im Londoner Claridges Hotel. Die dunklen Haare hat sie züchtig im Nacken zusammengebunden, sie trägt ein schwarzes Wollkleid, das den Prunk ihrer Karenina-Roben gar nicht erst auszustechen versucht. Keira Knightley, es gab schon dreizehn Verfilmungen von «Anna Karenina». Macht das Angst? Nein. Ich habe mir die anderen Filme gar nicht erst angeschaut. Kein Respekt vor der Konkurrenz zu Greta Garbo? Die «Karenina» mit Garbo habe ich früher mal im Fernsehen gesehen, doch ich erinnere mich nicht mehr daran. Ich wollte sie nicht noch einmal sehen, um nicht beeinflusst zu werden. Aber den Roman haben Sie gelesen? Oh ja. Sie müssten mein Exemplar mal sehen! Es ist doppelt so dick, weil ich so viele Post-it-Zettel dort reingeklebt habe. Für jedes Ereignis, für jede Figur verwendete ich eine andere Farbe. Auch für Kareninas Charakterzüge: rot für Leidenschaft, weiss für Wut. Am Ende gingen mir die Farben aus. Bereiten Sie sich für jede Rolle so minutiös vor? Ja. Es gibt Schauspieler, die auch ohne Vorbereitung das Richtige in einer Szene tun. Ich aber mache immer Hausaufgaben, wie ein braves Schulmädchen. Trauen Sie Ihrem Instinkt nicht? Doch, schon. Ich war aber früh in meinem Leben stark exponiert, deshalb durfte ich mir nie eine Blösse geben und habe es mir angewöhnt, gut vorbereitet zu sein. Filme wie «Bend It Like Beckham» oder «Pirates of The Caribbean» haben Sie als Teenager berühmt gemacht. War das ein Problem? Ja. Die Jahre zwischen 18 und 21 waren für mich echt schwierig. Mein Körper veränderte sich, ich wurde erwachsen, versuchte herauszufinden, wer ich bin, man kennt das. Nur, wenn man auch noch ständig Objektive auf sich gerichtet sieht, wird es noch viel schwieriger. Es hat Jahre gedauert, bis ich herausfand, wie ich mich dem entziehen kann. Wie? Man muss den Kopf einziehen. Natürlich ist es leichter, wenn man nicht gerade auf einer PR-Tour für einen Blockbuster ist. Mit «Anna Karenina» betreten Sie jetzt den schauspielerischen Olymp. Oh Gott, ja. Das habe ich beinahe körperlich gespürt. Diese Rolle war unendlich schwierig zu spielen. Warum? Weil sie eine so komplexe Figur ist. Elizabeth Bennett zum Beispiel, in «Pride and Prejudice», die mögen alle. Man muss sie sympathisch, natürlich und intelligent darstellen, damit ist es getan. Karenina aber ist ein Biest: Sie ist manipulativ, tückisch, sie will die Realität nicht erkennen, Konsequenzen nicht akzeptieren. Erklärt das den Anna-Karenina-Fluch? Was soll das sein? Keine der Filmversionen ist je ein grosser Kassenerfolg geworden, obwohl die Rolle von den wichtigsten Schauspielerinnen gespielt wurde. Das liegt daran, dass man sie in den Filmen zu gut gezeigt hat. Wie meinen Sie das? Na ja, in den meisten Verfilmungen hat man aus ihr eine romantische Leidende, ein Opfer ihrer Zeit gemacht. Aber damit wird man weder der Figur noch Tolstoi gerecht. Die Kraft der Karenina liegt gerade in ihrer animalischen Unberechenbarkeit. Sie wollten sie unsympathisch zeigen? Das ist Ihnen misslungen. Gut! Natürlich soll sie auch faszinieren. Dem Zuschauer soll es nicht egal sein, wenn sie sich am Ende unter den Zug wirft! Selten hat man schönere Kleider in einem Film gesehen. Das ist Jacqueline Durran zu verdanken. Sie hat schon das unvergessliche grüne Abendkleid für «Atonement» entworfen. Ihr Konzept war hier, die Figur von Anfang an mit Sachen zu umgeben, die an den Tod erinnern. Den Tod? Sie trägt doch opulente Spitzen, Pelze, teuren Schmuck? Pelze ersticken, Spitzenschleier wirken wie Spinnennetze, Federn auf den Hüten erinnern an tote Vögel … Und der Diamant ist der härteste aller Steine, kalt wie Eis. Warum wirken diese Kleider dennoch so verführerisch? Weil auch Sex drinsteckt. Die Röcke sind wie Unterwäsche geschnitten oder gar aus verknitterten Leintüchern geschneidert. Damit wollten wir diese intensive postkoitale Stimmung präsent halten. Apropos Sex – nach den Sadomaso-Spielen zwischen Gustav Jung und Sabina Spielrein in «A Dangerous Method» haben Sie nun als Karenina ein Verhältnis mit einem jüngeren Mann. Sexszenen oder sogar Szenen, in welchen man nackt sein muss, sind nicht wirklich schwierig. Man muss sich selber vergessen, das ist der Trick dabei. Anderes ist viel schwieriger. Was zum Beispiel? Intimität der Paare. Gesten, Bewegungen, die im echten Leben unbewusst bleiben. Diese natürlich hinzukriegen ist fast unmöglich. In diesem Film machten mir vor allem Szenen mit Jude Law Mühe, der Kareninas ungeliebten Ehemann spielt. Warum? Weil ich nicht wusste, wie weit ich in der Darstellung ihrer Gemeinheit gehen kann. Wir spielten die Szenen zum Teil fünfzigmal, in allen Gefühlsnuancen. Klingt anstrengend. Sehr! Der ganze Film ist ein so ehrgeiziges, wildes Projekt. Vom ersten Moment an, als Joe Wright sich entschieden hat, den Film nicht in Russland zu drehen, sondern auf der Bühne eines alten knarrenden Theaters in den Shepperton-Studios bei London, wussten wir alle, das uns etwas Besonderes bevorstand. Wann hatte Wright die Idee? Im letzten Moment! Sets wurden gebaut, während wir schon drehten. Was war die Krux bei dieser Art der Arbeit? Allein schon die Szenen technisch so perfekt hinzukriegen, wie Joe sie brauchte, war ein Ding der Unmöglichkeit. Wir brauchten endlose Wiederholungen. Jede unserer Bewegungen musste stimmen, auf den Millimeter genau. Es ist verblüffend, wie viele historische Rollen Sie schon gespielt haben. Ist das Ihre Vorliebe oder die der Regisseure? Ich glaube, meine. Ich liebe diese Art von

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Richard Gere in Zürich

Richard Gere in Zürich Ewa Hess | 20. September 2012 – 14:02 Das Gespräch mit Richard Gere führte ich im Vorfeld seines Besuchs in Zürich, wo er einen Preis des Zurich Film Festival bekommt. Er rief mich an aus Westchester, NY. Danke für den Anruf, Mister Gere. Absolutely! Zürich freut sich auf Ihren Besuch – mögen Sie die Stadt? Ja, früher war ich öfter da, aber jetzt schon lange nicht mehr. Das letzte Mal war ich hier auf dem Weg nach Kosovo, als ich ein Flüchtlingslager dort besucht habe. Das muss 1999 gewesen sein. Was brachte Sie jeweils in die Schweiz? Einerseits die Kunst, andererseits Tibet. Die Schweiz hat unseren tibetischen Brüdern und Schwestern viel Freundlichkeit erwiesen. Das erste Mal war ich in der Schweiz, um seine Heiligkeit den Dalai Lama in Rikon lehren zu hören. Aber ich hatte in Zürich auch einen guten Freund, den inzwischen verstorbenen Galeristen Thomas Ammann. Für Sie ist die Schweiz also nicht das Land, in dem man vor allem Banken besucht? Nein. Ich habe hier noch nie eine Bank besucht. Auch nicht, um sich auf den Film «Arbitrage» vorzubereiten? Dafür brauche ich mich doch nicht mit dem Finanzwesen zu beschäftigen! Mein Metier ist es, Gefühle wiederzugeben. Ich interessiere mich für die Ethik und das Verantwortungsgefühl, die in jedem Menschen schlummern. Auch in der Welt des Geldes sollten diese Empfindungen bestimmend sein. Sie sind es aber nicht, wie wir alle wissen. Das Problem ist die Gier. Geldverdienen gehört zum Leben dazu, aber das Ausmass hat sich verschoben. Es ist nie genug. Sie schaffen es locker, einen skrupellosen Geschäftsmann sympathisch wiederzugeben. Fanden Sie meine Figur im Film sympathisch? Na, dann ist es mir ja wieder einmal gelungen. Moralisch korrupte Typen sympathisch rüberzubringen, ist wohl einer der Tricks, die ich als Schauspieler wirklich gut beherrsche. Ich weiss nicht, ob ich darauf stolz sein soll oder nicht. Der Geschäftsmann Edward Lewis in «Pretty Woman» ist im Grunde auch ein moralisches Monster … Und solche sind in der echten Welt für gewöhnlich sehr charmant, ist es nicht auch Ihre Erfahrung? Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon einen getroffen habe … Ja, Monster ist ein starkes Wort. Aber ich meine Menschen, von denen man weiss, dass sie schlimme Dinge verbrochen haben. Und dann trifft man sie, und es stellt sich heraus, dass sie ein Herz für ihre Familien haben und unversehens werden sie einem sympathisch. Das geht ganz schnell. Haben Sie schon Monster getroffen? Mir sind ziemlich schlechte Menschen über den Weg gelaufen, glauben Sie mir. Ich will aber keine Namen nennen, weil ich denke, dass sich jeder bessern kann. In «Pretty Woman» gab es eine Bekehrung. Ein Happy End wärmt das Herz, die interessante Aussage des Films «Arbitrage» ist aber, dass jeder auf seine eigene Weise moralisch korrupt ist und es auch bleibt. Keine Figur dieses Films ist souverän. Jeder verrät seine Ideale. Eine starke Anklage unserer Welt. Ja, wir haben uns zu weit von der Dorfgemeinschaft entfernt, in der wir einst gelebt haben. In einem Dorf kennt man sich, man trägt einander Sorge, in einem Dorf sind dem masslosen Egoismus natürliche Grenzen gesetzt. Stimmt das, dass Sie seinerzeit die Rolle des Gordon Gekko in «Wall Street» abgelehnt haben? Da gab es tatsächlich Gespräche. Doch dann kam es nicht zustande, ich weiss nicht mehr warum, es ist schon eine Weile her. Exakt 25 Jahre. Und die Entgleisungen, die der Film karikiert, gibt es immer noch. Das stimmt. Ich dachte eigentlich, dass die Wirtschaftskrise unsere Rettung sein wird, dass man das ganze System neu denkt. Aber die Verantwortungslosigkeit hat überlebt und ist wieder daran, die Kontrolle zu übernehmen. Wie wählen Sie Ihre Rollen? Ich entscheide danach, ob mich etwas im Drehbuch berührt. Können Sie «Pretty Woman» noch sehen? Natürlich! Ich liebe den Film. Haben Sie nicht genug davon, ständig mit dieser Rolle identifiziert zu werden? Ich habe in über 50 Filmen gespielt, die einen sind populärer, die anderen weniger. So what? Julia Roberts, Diane Lane, Catherine Zeta-Jones: gibt es noch eine schöne Frau, an deren Seite Sie noch nicht gespielt haben? Ich weiss nicht. Aber ich sehe das auch als ein Glück an, mit vielen schönen Schauspielerinnen vor der Kamera stehen zu dürfen. Im aktuellen Film ist Susan Sarandon Ihre Gattin und Laetitia Casta die Geliebte. Nicht schlecht, oder? Susan ist eine alte Freundin und es ist der zweite Film, den wir zusammen machen. Laetitia aber kenne ich schon seit sie ein Teenager war. Wie kommt das? Sie hat für einen meiner engsten Freunde gemodelt. Für den berühmten Fotografen Herb Ritts? Ja, er war mein Jugendfreund. Der Gedanke an seinen frühen Tod 2002 macht mich immer noch traurig. Stimmt es, dass er dank einem Porträt-Foto von Ihnen überhaupt berühmt wurde? Da ist etwas daran. Damals, in den 70er-Jahren, hofften wir, unseren Weg zu machen – ich als Schauspieler, er als Fotograf. Eine Porträtserie hat unsere beiden Karrieren befördert. Wir blieben Freunde, und es war er, durch den ich Laetitia kennen gelernt habe. Ich glaube, dass Herb sie entdeckt hat. Haben Sie sie für die Rolle in «Arbitrage» vorgeschlagen? Ich zeigte dem Regisseur den Film über Serge Gainsbourg, in dem sie Brigitte Bardot spielt. Da hat sie dieses französische Flair, alle waren begeistert. Ihre Stiftung Gere Foundation unterstützt humanitäre Anliegen. Entspringt Ihre Wohltätigkeit Ihrembuddhistischen Glauben? Nicht nur. Meinen Sinn für gemeinschaftliche Verantwortung habe ich auch von meinem Vater geerbt. Zudem liegt die Idee der persönlichen Verantwortung, die der Dalai Lama lehrt, auch jeder wahren Demokratie zugrunde. Wann ist Ihr spirituelles Interesse in ein politisches Engagement für Tibet umgeschlagen? Es war 1986 in Bodhgaya. Ich kam nach Indien, um hier belehrt zu werden. Es war damals gar nicht so einfach, zu diesem heiligen Ort, wo Buddha Erleuchtung fand, zu gelangen. Als ich ankam, sagte man mir, dass der Dalai Lama mit mir sprechen wollte. Er sagte: Wir sind auf Freunde aus dem Ausland angewiesen. Wirst du uns helfen? Und ich sagte: Selbstverständlich. Dass Sie sich für Tibet engagieren, hat Ihnen auch schon Schwierigkeiten eingebracht. Ich darf in China nicht

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Natalie Portman – eine Mimin dreht auf

Natalie Portman – eine Mimin dreht auf admin | 9. Januar 2011 – 12:09 Ich führte das Gespräch mit Natalie Portman am Filmfestival von Venedig, Lido di Venezia, im September 2010, anlässlich der Uraufführung des Films «The Black Swan». Hier die Berichterstattung: Die Stimmung im Nikki-Beach-Club am Rande des Filmfestivals Venedig schwankt zwischen aufgeregt und überdreht. Vor diesem Hintergrund wirkt die schmale Gestalt der Schauspielerin Nathalie Portman angenehm kühl. Sie trägt ein mitternachtsblaues Kleid und ein distanziert höfliches Lächeln. Nur manchmal verrät ein metallischer Ton in ihrer Stimme oder ein kleines Flackern in ihrem Blick, welche Intensität unter dem klassisch schönen Gesicht lodert. Ihr Tanz im «Black Swan» ist atemberaubend. Doch der Film wird vermutlich wegen etwas anderem zu reden geben. Ach ja, ich weiss, worauf Sie anspielen: auf die heissen Küsse, die ich im Film mit meiner Kollegin Mila Kunis tausche. Doch verglichen mit dem, was man heutzutage in anderen Filmen sieht, ist so eine gleichgeschlechtliche Liebesszene doch gar nichts. Aber dass Sie in einer solchen spielen, erstaunt doch. Ja, ich gelte wohl in der Öffentlichkeit als ein «good girl». Das hat sein Gutes: umso leichter fällt es mir, das Publikum zu verblüffen. Wollten Sie mit dieser Rolle aus Ihrem Image ausbrechen? Das wäre ein kindischer Grund, um eine Rolle anzunehmen. Ich spiele eine junge Frau, die sich selber sucht, daran fast verzweifelt, und am Ende auch findet. Es ist eine tief erfüllende Rolle, voller Intensität, jede Schauspielerin wünscht sich, eine solche wenigstens einmal im Leben zu spielen. Wo haben Sie so Tanzen gelernt? Ich habe als Kind und in meiner Jugend intensiv Ballett gemacht. Man hörte, dass Sie ein Jahr vor Drehbeginn den Tanzdrill wieder aufgenommen haben. Das habe ich. Und obwohl ich wunderbare Lehrerinnen hatte, war es furchtbar. Es hat mich körperlich sehr gefordert – bis an die Grenze. Doch das war auch gut, denn die Disziplin, die ich dafür brauchte, hat mich in eine Geisteshaltung versetzt, die ich brauchte, um Nina zu spielen. Welche nämlich? Konzentriert, asketisch, hungrig. Etwas tut immer weh. Für jede Ballett-Tänzerin ist das tägliches Brot. Das klingt masochistisch. Ist es auch! Das ist eben die erstaunliche Dualität der Ballett-Welt. Auf der einen Seite Schönheit und Leichtigkeit, auf der anderen Schmerz und Zweifel. Gibt es da Parallelen zum Schauspieler-Beruf? Nicht unbedingt. Das Ballett verlangt Virtuosität, also Technik, die nur durch stundenlanges Training erreicht werden kann. Und von einem Filmschauspieler wird heute vor allem eins verlangt: das er authentisch wirkt. Da ist Technik nur hinderlich. Und die Rivalität unter den Ballerinas, um die es im Film auch geht? Die gibt es auch unter Schauspielerinnen. Immer noch ist es so, dass hübsche Mädchen einige Male eine Rolle spielen und dann schnell durch neue, «frischere» Modelle ersetzt werden. Nicht alle, zum Beispiel Meryl Streep oder Diane Keaton nicht. Und warum nicht? Weil sie starke eigene Stimmen haben. Sie erlauben niemandem, sie zu kategorisieren. Darum hat mir die Rolle der Nina auch so gut gefallen. Sie findet einen Weg, aus fremdbestimmten Projektionen auszubrechen und sich selbst zufrieden zu stellen. Sogar wörtlich, in einer gewagten Masturbationsszene. Na ja, «Black Swan» ist nicht der erste Film, der Sexualität als Metapher verwendet. Wofür stehen die lesbischen Liebesszenen? Die von Mila Kunis gepielte Lily ist ein Spiegelbild Ninas, eine keckere, sinnlichere Variante von ihr. Damit Nina sich entwickeln kann, muss sie ihrer eigenen Sexualität näher kommen. Darf das eine Ballerina überhaupt? In der realen Welt? Kaum. Die eiserne Disziplin, die von den Tänzerinnen verlangt wird, ist lustfeindlich. Jede hat mir berichtet, wie strikt darauf geachtet wird, dass sie spindeldürr bleibt. Sie sind auch sehr dünn … Aber ich esse, ehrlich. Als Veganerin geniesse ich meine Mahlzeiten sehr. Ich vertilge zum Beispiel Unmengen von Hummus, der Kichererbsen-Paste. Ihre Verzweiflung wirkt im Film schwindelerregend echt. Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich verstand, wie man in eine Rolle so verwickelt wird, dass es einen runterzieht. Es gab einige Nächte, in denen ich dachte, ich würde sterben. Wollten Sie der Welt beweisen, dass auch Sie ein schwarzer Schwan sein können? Blödsinn. Ich brauche der Welt nichts zu beweisen. Aber der Oscar-Academy? Sie gelten als Spitzenkandidatin. Das Wichtigste ist, ein Kunstwerk zu schaffen, welches Menschen berührt. Preise sind dabei nur sekundär. Publiziert am 09.01.2011 @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! I have been on Twitter for 13 years, since 26 Nov 2009 (via @twi_age). 01:00:51 AM Dezember 13, 2022 von &s @askewa folgen Neueste Beiträge Baselitz‘ WeltI likePrivate Sales, ein SchattenspielAdieu John BergerTalk mit Jacqueline Burckhardt Blogroll FAQNews-BlogPop MattersRevue 21Support ForumWordPress-Planet Themen Ai Weiwei Amerika Andy Warhol Aphrodite Ascona Baron Heinrich Thyssen Basel Biennale Venedig Bird’s Nest Caravaggio China Fischli/Weiss Fondation Beyeler Frank Gehry Georg Baselitz Gerhard Richter Ghirlandaio Gstaad Gurlitt Gustav Klimt Harald Szeemann Keanu Reeves Kunst Kunstmuseum Basel Louise Bourgeois Maja Hoffmann Maria Lassnig Marlene Dumas Melinda Nadj Abonji Monte Verità Nachtkritik Oprah Winfrey Pipilotti Rist Schweizer Architektur Schweizer Film Schweizer Kunst Schweizer Literatur Shakespeare Simon de Pury Thomas Hirschhorn Ugo Rondinone Urs Fischer Valentin Carron Warhol Weltwoche Next Post Schreibe einen Kommentar Cancel Reply Logged in as Ewa Hess. 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My name is Roger Moore

My name is Roger Moore admin | 26. Dezember 2010 – 23:07 Kurz vor Weihnachten 2010 sprachen wir mit Sir Roger Moore über einen Bentley unterm Weihnachtsbaum, den alten und den neuen James Bond, sein Leben in der Schweiz und die perfekte Art, Silvester zu verbringen. Der alte Herr verblüffte uns mit seiner luziden Einstellung zu seine Figur james bond und mit seinem unverwüstlichen Schalk. von Ewa Hess und Christian Hubschmid Die Suite des Hotels President Wilson in Genf ist über und über mit Blumen dekoriert. Sir Roger Moore, 83, in perfekter Gentleman-Kleidung inklusive Brusttaschentuch, empfängt uns mit einem Lächeln, das immer wieder in ein schalkhaftes Grinsen umschlägt. Der ehemalige James Bond bewegt sich zwar nicht mehr mit raubtierhafter Grazie – seine Knie machen ihm zu schaffen -, doch seine Schlagfertigkeit lässt nichts zu wünschen übrig. Lady Kristina, seine vierte Gattin, ist ebenfalls anwesend, hält sich aber freundlich im Hintergrund. Roger Moore, was bedeutet Ihnen Weihnachten? Ich habe das Fest gern, denn ich habe früh in meinem Leben erfahren, dass man von seinen Lieben beschenkt wird – und nicht von einem rot gekleideten, fetten Mann. Einem fetten Mann? Dem Weihnachtsmann oder Santa Claus oder wie Sie ihn nennen wollen. Seit ich vier Jahre alt bin, weiss ich, dass es ihn nicht gibt. Wie kam es zu dieser Erkenntnis? Zufällig. Als ich am Weihnachtstag im Bett meiner Eltern lag, konnte ich im Spiegel des Kleiderschranks beobachten, wie Mutter und Vater, flüsternd, meine mit Geschenken gefüllte Socke über das Kinderbett hängten. Im Spiegel? Das klingt fast wie eine James-Bond-Szene! Ha! Ich war eben schon als Kind ein durchtriebener kleiner Kerl. War seither mal etwas Aussergewöhnliches in Ihrer Socke? Ja, vor zwei Jahren ein Bentley.Aber ich habe ihn umgetauscht. Warum? Gegen einen Mercedes, das ist ein viel besseres Auto und nicht so protzig. Wer hat Ihnen den Bentley geschenkt? Meine Frau natürlich. Oder glauben Sie, dass ich Geschenke von fremden Frauen annehmen würde? Bald machen Sie selbst ein Geschenk – indem Sie die Einnahmen Ihres Neujahrs-konzerts in Luzern der Unicef spenden. Das stimmt. Ich darf zu schöner Musik Gedichte aufsagen. Das ist alles, was ich kann, denn weder kann ich singen noch bin ich ein begabter Musiker. Das Konzert hat alles meinem Freund, dem Meisterviolinisten Julian Rachlin, zu verdanken. Sie werden unter anderem auch ein Shakespeare-Sonett vortragen. Ja. Das Sonett «Shall I Compare Thee To a Summers Day?» rezitiere ich zur Musik des «Sommers» aus Vivaldis «Vier Jahreszeiten». Erinnert Sie das an die Zeit, als Sie am Anfang Ihrer Karriere die Wahl hatten, entweder in die Royal Shakespeare Company einzutreten oder dem Ruf von Metro Goldwyn Mayer nach Hollywood zu folgen? Ehrlich gesagt, ich denke nicht oft daran. Es war damals eine leichte Entscheidung für mich, ich war mir ganz sicher. Ich würde mich auch heute sofort für Hollywood entscheiden. Warum? Stellen Sie sich vor, ich hätte mich damals für Shakespeare entschieden – ich würde ja heute noch in Stratford-upon-Aven (Geburtsstadt von William Shakespeare und Spielstätte der Royal Shakespeare Company) mit einem Speer in der Hand auf der Bühne stehen. Und hätte alle die fantastischen Dinge nicht erlebt, die mir meine Filmkarriere ermöglicht hat. Woran denken Sie vor allem? Hollywood war damals grossartig. Ich habe noch das Ende der goldenen Zeiten erwischt. Wenn man unter Vertrag war, haben die Studios wirklich für einen gesorgt. Es wurde einem alles beigebracht, was man im Film tun musste. Ich lernte fechten, reiten, tanzen . . . Das Einzige, was sie mir nicht beibringen konnten, war Singen. Und Schauspielern – das behaupten zumindest böse Zungen. (Lacht.) Aber Ihre Anfänge bei MGM waren gar nicht so glamourös . . . Machen Sie Witze? Sehr glamourös. Allein schon auf dem Studiogelände herumzugehen und Leute zu grüssen, war fantastisch. Hallo, Clark Gable! Wie geht es Ihnen, Elizabeth Taylor? Küss die Hand, Ava Gardner. In Ihrem ersten Film bei MGM hatten Sie nur eine kleine Nebenrolle … Na und? Es war «The Last Time I Saw Paris», an der Seite von Elizabeth Taylor. Eine wunderbare Erfahrung. Warum? Alles war «bigger than life». Die Kleider wurden extra für mich genäht, und zwar so, dass ich in ihnen immer gut aussah. Es gab einen schönen Umkleideraum, man wurde geschminkt und verwöhnt. Ich habe vier Filme für MGM gedreht, den letzten mit Lana Turner. Was will man mehr? Beim Lesen Ihrer Biografie staunt man, an wie viele Details Sie sich erinnern. Haben Sie damals einTagebuch geführt? Leider nein. Es ist eine der wenigen Sachen, die ich in meinem Leben bedaure: dass ich nicht mehr aufgeschrieben habe. Obwohl – meine Gedanken, wenn ich sie zu Papier gebracht hätte, brächten mich vielleicht ins Gefängnis. Warum? Weil ich immer schon ein respektloser Beobachter war und die Ereignisse um mich herum mit hinterhältigem Humor zur Kenntnis nahm. Zum Beispiel was? Das werde ich Ihnen nie verraten. Ach, bitte! Nein. Meine Autobiografie ist geschrieben. Da haben Sie alles schwarz auf weiss. Ich hatte ein ausserordentlich glückliches Leben, Punkt und fertig – die Wahrheit schreibe ich vielleicht beim nächsten Mal. Aber die wahre Geschichte, wie Sie zur James-Bond-Rolle kamen, können Sie uns wenigstens die erzählen? Gerne, denn das Angebot entsprang meiner Spielleidenschaft, der ich im Curzon House Club in London frönte. Albert R. Broccoli und Harry Saltzman, die Produzenten der James-Bond-Filme, zockten oft mit, wir freundeten uns an. Harry Saltzman hatte Kinder im gleichen Alter, wir verbrachten Wochenenden an seinem Pool. Eines Tages fragten sie mich, ob ich James Bond spielen wolle. Ich sagte Ja. Sie traten in die Fussstapfen von Sean Connery, der die Rolle am stärksten geprägt hat. Machte Sie das nervös? Nun, er war brillant. Er hat Bond zu dem gemacht, was er bis heute ist. Aber ich war ein verwöhnter Egomane, der dachte: Natürlich kann ich das auch, wenn er das kann . . . Tatsächlich war ich keine Spur nervös. Bis zum Tag der ersten Vorführung. Da geriet ich in Panik. Aber ich sagte mir, das ist, wie wenn ich ein Baby bekommen würde. Ich muss jetzt in die Gebärklinik, und das Baby kommt

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