Film

Fiction goes Nyon

What is a fiction film doing at one of Europe’s most important documentary festivals? The question inevitably arose when Kelly Reichardt’s The Mastermind appeared in this year’s programme of Visions du Réel. Set in Massachusetts in 1970, it follows an amateur art thief who stumbles through a poorly conceived robbery. There are actors, a script, carefully composed scenes—everything that would traditionally place the film outside the documentary field. And yet, after ninety minutes in Reichardt’s company, the distinction begins to feel surprisingly irrelevant. Perhaps this is because Visions du Réel has gradually ceased to define itself as a festival of documentaries in the narrow sense. Over the years, it has become something more ambitious: a place where cinema is valued for the way it approaches reality rather than for the production methods behind it. The real is not guaranteed by the absence of actors. It emerges through a certain attention to the world. Kelly Reichardt has practised that attention for more than thirty years. She has often been described as the great minimalist of American independent cinema, but the label is misleading. Her films are not minimalist because little happens. They are minimalist because she refuses to tell us where to look. Meaning is never imposed. It accumulates slowly, through gestures, pauses, landscapes, conversations that drift without obvious dramatic purpose. Watching a Reichardt film resembles watching a documentary whose participants happen to know the outline of the story. The Mastermind disguises itself as a heist movie, but almost immediately abandons the pleasures normally associated with the genre. Suspense dissolves into waiting. The robbery itself matters less than the circumstances surrounding it: the atmosphere of a country fractured by the Vietnam War, suburban routines, economic uncertainty, the quiet exhaustion of ordinary lives. The camera remains attentive to rooms, streets, weather and silence with the same patience that characterises observational documentary. Nothing insists on becoming symbolic. Everything is allowed simply to exist. This is where Reichardt’s cinema reveals its documentary affinity. Her films never seem interested in illustrating ideas. They observe situations until meaning gradually emerges from the material itself. Houses, clothing, trees, empty parking lots and hesitant conversations possess the same importance as the protagonists. The world is never reduced to a backdrop for narrative. One senses that reality is continuously resisting the screenplay—and that Reichardt welcomes this resistance instead of correcting it. There is also an ethical dimension to her filmmaking. Reichardt refuses the spectacular, even when genre conventions invite it. Violence remains awkward rather than exciting. Failure is never romanticised. Characters are neither heroes nor villains but individuals trying, often unsuccessfully, to navigate historical forces larger than themselves. It is an approach that recalls the best documentary practice: refusing easy judgement while trusting the viewer’s intelligence. In this sense, The Mastermind does not stretch the identity of Visions du Réel. It clarifies it. Contemporary documentary festivals increasingly understand that the most interesting division in cinema is no longer between fiction and non-fiction. The more meaningful distinction lies elsewhere: between films that manipulate reality into ready-made narratives and films that remain genuinely curious about the world’s complexity. Reichardt belongs unmistakably to the latter category. That is perhaps why her work felt so completely at home in Nyon. Not because The Mastermind pretends to be a documentary, but because it shares documentary’s deepest ambition: to make us look again at what we thought we already knew. Perhaps that is what Visions du Réel wanted to celebrate by inviting Kelly Reichardt as its guest of honour. Not a filmmaker who crosses the border between fiction and documentary, but one who quietly demonstrates that, for the most attentive cinema, the border has never mattered very much. The most documentary gesture in The Mastermind is that it never claims to possess reality. It simply observes until fiction acquires the density of lived experience. In a festival devoted to the cinema of the real, that proved not to be a contradiction, but a reminder of what cinema, at its finest, can still do. Nyon goes fiction? No. It is the masterfull fiction going Nyon.

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Plottwists in Serie

Dieser Artikel untersucht die Verwendung von Plot Twist genannten Handlungswendungen in serialen Filmfiktionen. Dies ist ein weitgehend unerforschtes Gebiet, da sich das Interesse an diesem Phänomen bisher hauptsächlich auf sogenannte «Plot-Twist-Filme» konzentriert hat, die einer älteren Erzähltradition entstammen. Gerade was heutzutage populären serialen Narrative anbelangt, gibt es noch wenig Verlässliches. Um dieses ästhetische Phänomen zu erklären, stützt sich der Artikel auf das ursprünglich von den Kognitionspsychologen Wulf Meyer, Rainer Reisenzein und Achim Schützwohl vorgeschlagene Überraschungsmodell. Plot Twists zeichnen sich durch drei unterschiedliche, aber eng miteinander verflochtene zeitliche Segmente und deren entsprechende Funktionen aus, die durch dieses Modell erklärt werden. Das Ziel dieses Artikels ist es, zu untersuchen, wie kognitiv-emotionale Interaktionen das ästhetische Seherlebnis prägen, und herauszufinden, inwiefern dieses Erlebnis mit den künstlerischen Qualitäten der Serien zusammenhängt. Als Testfälle dienen Game of Thrones (S01 und S03), Homeland (S01) und Westworld (S01). In jedem der drei Handlungssegmente gibt es spezifische Prozesse, die das Erlebnis der Überraschung als ästhetisches Phänomen auszeichnen. Der Tod von Jon Snow am Ende der fünften Staffel der Fernsehserie Game of Thrones löste unter den Fans der Serie in den sozialen Medien heftige Reaktionen aus. Tausende Zuschauer auf der ganzen Welt beteiligten sich an der Diskussion über die Bedeutung und die Auswirkungen dieses Ereignisses und machten es zu einem globalen Ereignis in der partizipativen Kultur der zeitgenössischen Serienkultur. In diesem Artikel schlagen wir eine Erklärung für dieses bemerkenswerte kulturelle Phänomen vor. Basierend auf einer Theorie von Handlungswendungen als Überraschungsstrukturen argumentieren wir, dass die Reaktionen der Fans als konkrete, kontextuell angepasste Verwirklichungen der charakteristischen kognitiven Reaktionen verstanden werden können, die durch die Emotionen der Überraschung und des Schocks ausgelöst werden, die durch unerwartete negative Ereignisse hervorgerufen werden. Unsere Analyse konzentriert sich insbesondere auf die Beiträge der Zuschauer zur Etablierung der durch die Wendung widerlegten Überzeugungen und auf die kognitiven Aktivitäten, die dazu dienten, ihre Gedanken an die neue Realität anzupassen, die durch die Wendung offenbart wurde, einschliesslich Reflexionen über die ästhetischen Aspekte der Wendung und die Erzählung, in die sie eingebettet war. Durch die Bereitstellung einer öffentlichen Plattform für diese Reflexionen ermöglichten die Fanforen, dass die individuellen Versuche, sich an die Wendung anzupassen, zu einem kollektiven Unterfangen wurden. Die Studie veranschaulicht, wie universelle kognitive Mechanismen mit kulturell produzierten Inhalten interagieren, um weltweit ähnliche Reaktionen auf ein fiktionales Ereignis hervorzurufen. Die Elemente eines Plottwists sind an sich standardisiert. Es gibt meist eine Vorahnung. Dh die Wendung sollte im Vorfeld subtil angedeutet werden, damit sie im Nachhinein Sinn ergibt, wird jedoch durch Ablenkungsmanöver verschleiert. Glaubwürdigkeit: Sie muss sich logisch in die etablierten Regeln des Universums der Geschichte einfügen. Tempo: Die Enthüllung sollte in einem Moment mit maximaler Wirkung erfolgen und die verbleibende Handlung vorantreiben, anstatt lediglich als Spielerei zu dienen. Dennoch unterscheiden sich die einzelnen Ausführungen im Grad ihrer Radikalität und/ oder eben Trivialität. Handlungswendungen in «Game of Thrones» etwa werden strategisch eingesetzt, um traditionelle Erzählkonventionen zu unterlaufen, die Spannung zu steigern und die inneren Regeln der Welt zu etablieren. Sie dienen nicht bloss dem Schockeffekt, sondern fungieren als ein zentrales Mittel, um die Charakterentwicklung voranzutreiben, geopolitische Machtverhältnisse zu verschieben und das Thema moralischer Ambivalenz zu ergründen. In «Homeland» hingegen dienen die Twists als strukturelle Mittel, um die Erwartungen der Zuschauer zu unterlaufen, die psychologische Spannung zu steigern und tiefsitzende moralische Ambivalenz zu ergründen. Die Erzählung stützt sich auf diese plötzlichen Enthüllungen, um Loyalitäten ständig zu verschieben, die Figuren in ausweglose Situationen zu drängen und die unvorhersehbare, zynische Realität der internationalen Spionage widerzuspiegeln. Eine meisterhafte Wendung in der Handlung ist die höchste erzählerische Leistung, insofern ist sie so etwas wie Adelzertifikat für die lange verpönte Gattung des seriellen Erzählens im zeitbasiertem Medium. Sie unterläuft die Erwartungen und löst einen Moment der Erkenntnis aus, der das Verständnis des Publikums für die Geschichte rückwirkend verändert. Die «akademische» Schönheit einer Wendung liegt in ihrer Konstruktion: Sie wirkt sowohl wirklich überraschend als auch im Nachhinein unausweichlich.

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Erste Rolle von Jennifer Lawrence

Erste Rolle von Jennifer Lawrence Ewa Hess | 26. Februar 2014 – 06:17 Bevor sie eine aussichtsreiche Oscar-Anwärterin war, musste auch Jennifer Lawrence («American Hustle», «Hunger Games») durch das Dickicht unsäglicher Rollen. Hier ist ihre allererste – man merkt es fast nicht, denn sie bespringt Tony Shalloub in der TV-Serie «Monk» in einem Vollkörperkostüm. https://youtu.be/uL0n5gPNmWc About Ewa HessSwiss journalist, Editor Arts @Sonntagszeitung, ZürichView all posts by Ewa Hess » @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! I have been on Twitter for 13 years, since 26 Nov 2009 (via @twi_age). 01:00:51 AM Dezember 13, 2022 von &s @askewa folgen Neueste Beiträge Baselitz‘ WeltI likePrivate Sales, ein SchattenspielAdieu John BergerTalk mit Jacqueline Burckhardt Blogroll FAQNews-BlogPop MattersRevue 21Support ForumWordPress-Planet Themen Ai Weiwei Amerika Andy Warhol Aphrodite Ascona Baron Heinrich Thyssen Basel Biennale Venedig Bird’s Nest Caravaggio China Fischli/Weiss Fondation Beyeler Frank Gehry Georg Baselitz Gerhard Richter Ghirlandaio Gstaad Gurlitt Gustav Klimt Harald Szeemann Keanu Reeves Kunst Kunstmuseum Basel Louise Bourgeois Maja Hoffmann Maria Lassnig Marlene Dumas Melinda Nadj Abonji Monte Verità Nachtkritik Oprah Winfrey Pipilotti Rist Schweizer Architektur Schweizer Film Schweizer Kunst Schweizer Literatur Shakespeare Simon de Pury Thomas Hirschhorn Ugo Rondinone Urs Fischer Valentin Carron Warhol Weltwoche Previous PostNext Post Schreibe einen Kommentar Cancel Reply Logged in as Ewa Hess. Edit your profile. Log out? Required fields are marked * Message*

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Keanu liest Gauguin

Keanu liest Gauguin Ewa Hess | 24. April 2015 – 11:15 Anlässlich der Paul-Gauguin-Ausstellung der Fondation Beyeler liest der Schauspieler Keanu Reeves aus dem Tahiti-Tagebuch «Noa Noa». Dabei ist seine Begeisterung für das Werk des Malers ziemlich neu. Keanu Reeves kommt nach Basel mit einer Mission: Er möchte – als Teil-Polynesier – dem Publikum die Augen für den grossen französischen Malerei-Erneuerer Gauguin öffnen. Mit dem «Matrix»- und «Speed»-Star sprachen wir im Wintergarten der Fondation Beyeler am Vortag seines Auftritts. Keanu Reeves, Sie lesen aus Gauguins poetischem Tahiti-Tagebuch «Noa Noa». Nach welchen Kriterien wählten Sie den Text?Am liebsten würde ich den ganzen Text vorlesen, doch dafür reicht die Zeit nicht. Ich lese aus jedem Kapitel eine Passage und erzähle Persönliches dazu. Woher kommt Ihr Engagement für das Werk Gauguins? Das ist ganz neu. Bisher kannte ich Gauguin nur dank Anthony Quinn. Sie spielen auf den Film «Lust For Life» an, einen Klassiker von Vincente Minelli aus dem Jahr 1956? Ja. Kirk Douglas spielt darin Van Gogh und Anthony Quinn Gauguin. Er spielt ihn grossartig. Doch jetzt, da ich die Biografie Gauguins besser kenne, stelle ich fest, dass mir eigentlich damals vor allem Quinns Schauspielkunst gefiel. Und jetzt? Natürlich kannte ich einige Gauguin-Werke auch früher – die, die jeder kennt. Aber nachdem ich Sam Keller zugesagt hatte, begann ich Gauguin zu lesen – seine Briefe und Aufzeichnungen. Er ist ein sehr suggestiver Schreiber. Mir kam es plötzlich so vor, als ob ich mit einem lebenden Künstler in eine Diskussion verwickelt würde. Auch Sie betätigen sich als Schriftsteller, kommt daher Ihr Interesse? Sie meinen die «Ode an das Glück»? Ja, Ihre poetische Auseinandersetzung mit dem gauguinschen Thema. Ich kann mich nicht mit Gauguin vergleichen. Aber ja, in meinem Buch geht es darum, wie man das Glück wiederfinden kann nach einer dunkleren Zeit. Jeder kennt eine solche von Zeit zu Zeit. Gauguin hatte solche sogar in seinem selbst gewählten Paradies. Die gängige Meinung ist, dass er das Paradies auch malte. Erst wenn man diese Bilder wirklich anschaut, merkt man, dass das nicht stimmt. Nein? Wie interpretieren Sie sie also? Er verführt den Zuschauer mit einem Versprechen des Paradieses, das stimmt. Gauguin war ein grosser Verführer. Aber am Ende konfrontiert er uns immer mit der Erkenntnis, dass das Leben ebenso bitter wie süss ist und dass es prekär bleibt, wer wir sind und wie wir sind. Dass es also, im Gegenteil, ein Paradies gar nicht gibt. Ist Gauguin darin ehrlicher als andere Maler? Hier in der Beyeler-Sammlung hat man gute Vergleichsmöglichkeiten. Und ich merkte gestern bei einem Rundgang, dass viele grosse Maler auf diese Weise ehrlich sind. Ich empfinde Gauguin aber in dieser Beziehung als besonders angriffig. Seine Bilder fordern einen fast physisch heraus, die Emotionen sind so stark! Er springt in unsere Augen, zwingt uns, ihn zu verstehen, ihn nicht zu verurteilen. Mir kommt es fast so vor, als ob seine Bilder den Blick des Zuschauers auf ihn selbst zurückwerfen würden. Es klingt fast, als ob Sie mit ihm verwandt wären … Könnte es sein? Man sagt, dass in Polynesien ganze Inseln mit seinen Ururenkeln bevölkert sind. Na hören Sie, ein Teil der Familie meines Vaters kommt aus Hawaii, das ist sehr, sehr weit weg von Tahiti und den Marquesas. Aber sind wir nicht alle Gauguins Kinder? Wie stark ist Ihre Verbindung zu der polynesischen Kultur? Ich habe meine Cousins auf Hawaii schon als Kind besucht. Doch Hawaii ist stark amerikanisch, sozusagen kolonisiert. Ich merkte aber, wie teuer den Menschen die Reste der ursprünglichen Kultur sind, wie sehr sie sich daran halten. Die Art, wie Gauguin selbst mit der Bevölkerung Tahitis umging, wurde von der feministischen Sicht kritisiert. Nehmen Sie ihm das als Teil-Polynesier nicht übel? Ich habe davon gelesen, dass ihn manche Menschen als Sextouristen, ja sogar als Pädophilen sehen, da einige seiner Frauen, etwa die erste, nur 13 Jahre alt waren. Und ich muss zugeben, dass die Art, wie er diese Zustände beschreibt, nicht etwa entschuldigend ist. Es gibt nur ihn und seine Malkunst, die Familie, andere bedeuteten ihn wenig. Immerhin findet er oft sanfte, poetische Worte, um die Frauen der Inseln zu beschreiben. Diese Zärtlichkeit spiegelt sich auch in den Gemälden. Sammeln Sie selber auch Kunst? Nein, ich kann mir meinen Geschmack nicht leisten. Oh, das klingt, als ob Sie am liebsten das «Nafea»-Bild Gauguins kaufen würden, das gerade für angeblich 300 Millionen den Besitzer gewechselt hat und zum letzten Mal in Basel zu sehen ist. Ja, sehen Sie? Das könnte ich mir nicht leisten. Aber Gott sei Dank gibt es Museen. Grosse Kunst sollte allen zugänglich sein. About Ewa HessSwiss journalist, Editor Arts @Sonntagszeitung, ZürichView all posts by Ewa Hess » @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! 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Clooney in Berlin

Clooney in Berlin Ewa Hess | 9. Februar 2014 – 20:05 Wie konnte das so gründlich schiefgehen? Es ist George Clooneys sechster Film als Regisseur, und alle anderen waren gut. Dieser eine, «Monuments Men», der gestern an der Berlinale erstmals gezeigt wurde, ist aber ein Blindgänger. Am Schluss der Pressevorführung gab es Pfiffe. Für Clooney! In Berlin! Dabei hat die Stadt dem Film, der um die Ecke in den Babelsberg-Studios gedreht wurde, so entgegengefiebert wie selten einem. Deutsche Vergangenheit in den Händen des Filmästheten – das konnte doch nur ein Hit werden. Doch so entschlossen alle waren, den Film über tapfere «Monuments Men», also eine Spezialtruppe der US-Kunstretter, gut zu finden, es ging nicht. Am Ende war es im rappelvollen grossen Saal des Berlinale-Palasts klar: Der einzige Moment echter Betroffenheit war, als ein Kollege mitten in der Vorführung einen Herzinfarkt erlitt und der Film angehalten werden musste. Eigentlich hat der Film alles für einen Blockbuster Dabei hat die Geschichte über ein Trüppchen US-Intellektueller, die in der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs ihr Leben aufs Spiel setzen, um die von den Nazis geraubten Kunstwerke vor Vernichtung und Plünderung zu retten, eigentlich alles, was ein Blockbuster braucht. Erstens eine All-Stars-Besetzung, die ihresgleichen sucht. Da ist erst mal Clooney als kunsthistorischer Indiana Jones, ein Professor, der sich in einen Abenteurer wandelt. Mit von der Partie ist auch Matt Damon, mit den aus der «Bourne»-Serie bekannten imposanten Muskeln, der unbezahlbare Bill Murray mit seiner stoischen Miene, der lustige Choleriker aus «Big Lebowski», John Goodman, der charmante «Artiste» Jean Dujardin, dazu noch unser Schweizer Nachwuchstalent Joel Basman und, um dem ganzen Würze zu verleihen, die bezaubernde Cate Blanchett als eine Pariser Bilderwärterin mit Brille. Nicht dass der Film langweilig wäre. Es ist eher, als ob es gar kein Film wäre, sondern eine Abfolge von Sketches, die nicht zu einer Erzählung zusammenwachsen. John Goodman hat im ganzen Film vielleicht zwei witzige Zeilen. Die erste ist ganz am Anfang, als sich die Architekten, Restaurateure und Designmuseumsdirektoren auf den Kriegseinsatz vorbereiten und er meint, dass mit Blindmunition geschossen wird, dabei ist es echte. So geht es die ganze Zeit. Nicht nur mit dem Humor. Auch mit der Romantik. Cate Blanchett etwa spielt im Film Claire, die Frau, die während der ganzen Besatzungszeit in Paris das Raubkunstlager der Nazis im Museum Jeu de Paume heimlich von ihrer Position als Sekretärin überwacht und katalogisiert. Damit sie den Amis verrät, wo die Nazis den Genter Altar und die Brügger Madonna lagern, muss Damon sie erst überzeugen, dass die «Monuments Men» die Kunstwerke nicht selbst klauen. Kaum ist ihm das gelungen, öffnet sie ihren strengen Dutt und lädt ihn zum Essen ein. Sehr subtile Symbolik. Dabei hat Clooney, der Frauenschwarm, bisher mit jedem seiner Filme bewiesen, dass zwischen seinen attraktiven Silberschläfen mehr Hirn steckt, als die meisten Männer neidvoll vermuten. Die Filme waren alle gut – und jeder von ihnen machte sich für eine Tugend stark. Denn darin ist Clooney ganz der traditionelle Mann aus den Südstaaten, mit einem warmen Empfinden für Recht und Anstand (ausser mancher seiner Freundinnen gegenüber). In «Confessions of Dangerous Mind» geisselte er – visionär – den Zynismus der US-Geheimdienste. In «Good Night, Good Luck» machte er sich für die Pressefreiheit stark, in «The Ides of March» liess er einen politischen Ränkespieler scheitern. Bei «Monuments Men» muss dem grossen Liebhaber europäischer Kultur, die er so gerne in seiner kultivierten Villa am Comersee feiert, ein Übermass an Respekt im Weg gestanden haben. Man sieht es direkt vor sich, wie Clooney vor all diesen Rembrandts, Renoirs, Cézannes und van Eycks in Ehrfurcht erstarrt – und seinen Film vergeigt. «Monuments Men» ab 20. Februar 2014 bei uns im Kino About Ewa HessSwiss journalist, Editor Arts @Sonntagszeitung, ZürichView all posts by Ewa Hess » @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! 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Maestro Morricone

Maestro Morricone Ewa Hess | 4. November 2013 – 05:52 Wunderbar schlechtgelaunt: Ennio Morricone widersteht in Interviews dem Strahle-Diktat der heutigen Zeit. Im Gespräch mit dem genialen Akkord-Arbeiter (fast 600 Filmmusiken! Er schrieb in manchen Jahren an die 100 Filmscores, das ist 10 pro Monat!!!) musste ich mir – wie alle – sehr spröde Antworten gefallen lassen. Am Abend, während des Konzerts in der Arena di Verona, bei Vollmond, sah ich den alten Gentleman doch den tobenden Applaus des 20 000 köpfigen Publikums geniessen und endlose Zugaben geben! Ennio Morricone über Spaghetti-Western, seinen Bewunderer Tarantino und das Leben als Popstar Von Ewa Hess Die Welt macht es Ennio Morricone nicht leicht. Seine Fans lieben ihn für etwas, das sie Spaghetti-Western nennen. Dabei träumt der Maestro von einer «musica assoluta», einer Musik, die keine Genres und Grenzen kennt. Spaghetti stellt ihm höchstens seine Frau Maria auf den Tisch, mit der er schon über 60 Jahre verheiratet ist und die ihn auch zu diesem Interview begleitet. Mit Maria teilt Morricone eine Etagenwohnung in Rom mit dem Blick auf das Kapitol. In dieser komponiert er immer noch täglich, dort spielt er Schach und joggt durch die Korridore. «60 Meter hin und 60 Meter zurück», berichtigt er, es sei nur ein schnelles Laufen. Die Wohnung verlässt der Komponist nur selten. Nur wenn er gerade einen Oscar bekommt oder, wie an diesem Nachmittag in Verona, ein Konzert vor 20 000 Menschen in der historischen Arena auf ihn als Dirigenten wartet. Wenn man seine Hand schüttelt und «grande onore» stammelt, blickt er misstrauisch durch die dicken Gläser. Denn er weiss, was jetzt kommt: Fragen zu den Spaghetti-Western. Ennio Morricone, wie war das, als Sie mit Sergio Leone den Italowestern erfanden? War das ein Witz, oder dachten Sie schon damals, dass Sie etwas Bedeutendes schaffen? Weder noch! Es war gewöhnliche Arbeit. Leone gefiel meine Musik zu den zwei Western, die ich für andere Regisseure gemacht hatte, darum rief er mich an. Er hatte eine Vorstellung, was er brauchte, und ich konnte liefern. Das klingt sehr nüchtern. Sie waren doch alte Schulfreunde? Na ja, Freunde. Wir waren nur ein Jahr lang Klassenkameraden, in der dritten Klasse der Grundschule, wenn Sie es ganz genau wissen wollen. Warum nennen Sie sich im Nachspann von «Für eine Handvoll Dollar» eigentlich Dan Savio und Bob Robertson? Schämten Sie sich? Nein, wo denken Sie hin! Der erste Film, den wir zusammen gemacht haben, sollte als amerikanischer Film gelten. Darum haben uns die Produzenten gebeten, unter amerikanischen Namen aufzutreten. Das hat mir keine Mühe gemacht. Ich nannte mich schon früher mal Dan Savio, später auch Leo Nichols. Leone hat als Sohn des Regisseurs Roberto Roberti den Namen seines Vaters amerikanisiert. Waren Sie sich bewusst, einen neuen Stil zu kreieren? Es war eine Musik, die Spuren des amerikanischen Folk enthielt, oder eher der irischen Volksmusik, die mit ihm verwandt ist. Durch meine Hand ist etwas daraus geworden, das vorwiegend mit Italien zu tun hat. Sie haben also den Amis den Western und die Folkmusik weggenommen? Es ging nicht darum, etwas zu annektieren, sondern darum, es zu bereichern. Ganz einfache Harmonien und leichte Gitarrenakkorde wollten wir mit etwas Interessanterem verbinden. Und das war die atonale Musik, die Sie am Konservatorium in Rom studiert haben? Filme mit Sergio Leone gehören eigentlich nicht zu meinen avantgardistischen Arbeiten. Im «Spiel mir das Lied vom Tod» sind Geräusche genau so wichtig wie die Melodie: das Tropfen des Wassers, der Schrei des Koyoten, das Summen der Fliege. Sind das nicht Elemente der Avantgarde? Natürlich. Es gibt eben den technischen Aspekt des Komponierens, eine Raffinesse, die man in die Arbeit hineinbringt, die nicht direkt auf die grossen Komponisten Arnold Schönberg oder Anton Webern zurückgeht, aber dennoch ihr Erbe ehrt. Bei den meisten Filmmusiken schwillt die Musik an, bevor etwas passiert. Bei Ihnen aber erscheinen die Helden oft ganz still, und erst dann setzt die Musik ein. Absicht? Ist das so? Vielleicht. Für mich gibt es keine sichere Methode, Wirkung zu erzielen. Es muss zum Film passen. Als ich zum Beispiel die Musik zum letzten Film von Giuseppe Tornatore, «The Best Offer», schrieb … … für den Sie bald den Europäischen Filmpreis bekommen. Glückwunsch! Danke. Also bei diesem Film war es so, dass bestimmte Handlungssequenzen durch die Musik definiert sind. Deshalb konnte ich einer Szene nie zuvorkommen, ohne zu verraten, was als Nächstes passiert. Was halten Sie selbst für Ihren grössten Beitrag zur Filmgeschichte? Filmgeschichte? Fragen Sie eher nach der Geschichte überhaupt. Die Filmmusik spiegelt unsere Zeit, im Guten wie im Schlechten. Deswegen ist es wichtig, dass die Musik in einem Film von künstlerischer und kreativer Würde geprägt ist. Und zum Film passt? Ja, schon, aber ein guter Film erträgt auch mittelmässige Musik. Wirklich? Klar, der Film ist das Hauptwerk, die Musik nur die Grundlage. Sie leistet einen kleinen Beitrag, der aber, wenn er wirklich gut ist, sehr wichtig sein kein. So demütig? Sie haben doch mal gesagt, dass Sie einen Regisseur, der Ihnen etwas aufzwingen wolle, «entlassen»? Es kann vorkommen, dass man sich nicht versteht. Dann beendet man besser die Zusammenarbeit. Ist mir auch schon passiert, auch mit sehr guten Regisseuren. Mit wem etwa? Roland Joffé etwa mochte meinen Beitrag zu «The Scarlett Letter» nicht, er fand, mein Thema sei nicht «keltisch» genug. Das hat mich sehr erstaunt. Joffé hat dann die Musik John Barry anvertraut, diese Musik hatte überhaupt keine keltischen Elemente. Hatten Sie oft Streit mit Regisseuren? Nein. Liliana Cavani war lange sehr böse auf mich, weil ich für Gillo Pontecorvo meine Musik für ihren Film «I cannibali», leicht abgewandelt, wieder schrieb. Ich sagte damals Pontecorvo, dass das nicht gehe, doch er bestand darauf. Und wie ist es mit Ihrem Bewunderer Tarantino? Sie haben nach «Django Unchained» gesagt, dass Sie nie wieder mit ihm arbeiten wollten. Tarantino macht ausserordentlich schöne Filme, keine Frage. Doch er verwendet mein Werk, wie es ihm passt, er nimmt die Musik und setzt sie irgendwo im Film ein. Ich werde ihm nicht verbieten, meine alten Sachen weiterhin zu verwenden. Einen neuen Soundtrack wollen Sie

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Identitätsklau nach Kleist

Identitätsklau nach Kleist Ewa Hess | 29. September 2013 – 12:06 Amphitryon und sein Doppelgänger – Mit Hilfe von Kleist erzählt Karin Henkel am Zürcher Schauspielhaus vom Identitätskollaps im Zeitalter von Facebook und Co. Eine furiose Aufführung, die mich berührt hat, weil sie den Wahnsinn des Stücks ganz sec zeigt, ohne Pathos, ohne brutal oder auch nur lärmoyant zu werden. Zürich, 28. September 2013. Diese verfluchten Identitäten schießen wie Pilze aus dem Boden. Oder der Wind bläst sie durch die Türe ins Haus. Sie bilden Grüppchen. Manchmal auch Schlägertrüppchen! Dann gucken sie wieder ganz possierlich, so mir nichts, dir nichts, über die Möbelkanten hinweg.Da kann sich Sosias noch so oft vorsagen, dass er ein Mensch sei, einer, der von daher kommt und dorthin geht. Im Spiegelkabinett der wild wuchernden Identitäten kommt ihm der Sinn für alles Zielgerichtete abhanden. Und nicht nur ihm, dem treuen Diener. Auch seinem Herrn Amphitryon, gerade noch mit Siegerschritt nach Hause eilend, wird es blümerant. Das Ziel aller Ziele, die Liebeszuflucht am Herzen der Gattin, ist schon besetzt – von einem wie er.Bodenlose Ratlosigkeit ist der Stoff, aus dem Heinrich von Kleists Molière-Bearbeitung aus dem Jahr 1807 eh schon gestrickt ist. Der melancholische Berliner macht aus der frivolen Verwechslungskomödie ein Drama der Identitätsverwirrung, als das sein „Amphitryon“ in die Theatergeschichte eingeht. Die Sachlage selbst überliefert die griechische Mythologie so: Jupiter, der Schürzenjäger, hat sein Auge auf Alkmene geworfen. Um die treue Ehefrau zu verführen, schlüpft er in die Gestalt des thebanischen Generals Amphitryon. In der Nacht bevor der Kriegsheld nach Hause kommt, liegt der Gott in den Armen der nichts ahnenden Schönen und betrügt den Heimkehrer um die süßesten Stunden. Verdoppelt, verdreifach, vervielfacht Was noch die gegenwärtige Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey in ihrer Basler Inszenierung von 2003 als eine Männerkumpelei und Götterboshaftigkeit darstellte, modernisiert Karin Henkel jetzt zu einem wahren Identitätskollaps. Vor der aufdringlichen Verdoppelung, Verdreifachung und Vervielfältigung ist in dieser furiosen Inszenierung niemand und nichts gefeit. Selbst der Text – er folgt Kleists Originalfassung sehr frei, doch erkennbar – scheint sich da und dort in einer Endlosschleife zu verfangen. Es ist immer ein kleiner Glücksfall, wenn der Dialog der Wiederholung entkommt und die Handlung weitergeht.Auf einer wirkungsvoll simplen Bühne von Henrike Engel (die allerdings – wie könnte es anders sein? – sich zweistöckig verdoppeln kann) und mit Hilfe von insgesamt vier Kostüm-Uniformen (Klaus Bruns) entfesseln fünf Darsteller ein unübersichtliches Figurengemenge. Jeder kann da schnell in die Rolle des anderen schlüpfen, mal Sosias, mal seine Frau Charis sein, ungeachtet der Brüste oder Bärte. Stupend, wie es Henkel und ihrem kleinen Ensemble gelingt, Kleist als einen Visionär zu zeigen, der die Tragikomödie des Identitätsklaus erahnte – lange vor dem Aufkommen der gottgleichen Technologie, der strukturellen Voraussetzung dazu. Schlamassel der sozialen Netzwerke Ganz ohne Mätzchen und plumpe Metaphern bringt Henkel das ganze slapstickhafte Schlamassel der sozialen und anderen Netzwerke, in welchen wir heute zappeln, als Assoziationsraum mit auf die Bühne. Jede ihrer Figuren unternimmt, unseren Profilen und Avatars ähnlich, ebenso rührende wie vergebliche Anstrengungen, sich als ein „Ich“ zu etablieren. Gegen Schluss greift jene Schauspielerin, die oft Charis ist, zu einer radikalen Maßnahme, indem sie ihren wahren Namen nennt. Ihren wahren Namen? Oops, nein. Denn sie heißt Marie Rosa Tietjen – gibt aber unumwunden zu, Carolin Conrad zu sein, also ihre oft Sosias spielende Kollegin.Sie spielen alle brillant. Und es ist eine enorme Leistung, denn mit all den Text- und Figurenverwerfungen ist es ein Mosaik aus Körpern und Worten, in welches sich die Einzelnen einfügen müssen – mal in dieser, mal in einer anderen Formation, synchron und dann wieder solo. Das wirkt dennoch keine Sekunde angestrengt, im Gegenteil, immer kindlich verspielt. Die wunderbaren Bühneneinfälle, Karin Henkels Markenzeichen – falls man bei dieser so wandelbaren Regisseurin überhaupt von einem sprechen kann – funktionieren ohne Fehl. Hüte fliegen, Mäntel flattern, und auch mit einem alten Fauteuil lässt sich allerhand anstellen.Dass die einzelnen Schauspieler bei diesem Konzept dennoch so etwas wie einen glaubhaften Charakterkern entwickeln, grenzt schon fast an ein Wunder. Aber der hinreißende Michael Neuenschwander ist am Ende der bodenständige Kriegsheld, man erkennt in ihm Amphitryon, da kann er in andere Kleider schlüpfen und Etiketten tauschen, so viel er will. Fritz Fennes Jupiter sitzt ihm ebenso in den immer tanzbereiten langen Beinen wie in der eitlen Argumentation, die ihm immer wieder auf die Zunge kriecht. Tietjen und Conrad sind unermüdlich, die beiden Frauen sprechen, springen und wechseln Kostüme mit einem Tempo, das einem den Atem verschlägt – der Inszenierung so inbrünstig dienstbar, wie es Sosias und Charis dem Königspaar sind. Und mit Lena Schwarzs beherzt verzweifelnder Alkmene bekommt der Zürcher „Amphitryon“ auch jene tragische Tiefe, ohne die das kurze intensive Stück kein echter „Amphitryon“ wäre. Ach! Amphitryon und sein Doppelgängernach Heinrich von KleistRegie: Karin Henkel, Bühne: Henrike Engel, Kostüme: Klaus Bruns, Musik: Tomek Kolczynski, Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger.Mit: Carolin Conrad, Fritz Fenne, Michael Neuenschwander, Lena Schwarz, Marie Rosa Tietjen.Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause www.schauspielhaus.ch Veröffentlicht am morgen des 29.9.2013 auf nachtkritik.de About Ewa HessSwiss journalist, Editor Arts @Sonntagszeitung, ZürichView all posts by Ewa Hess » @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! I have been on Twitter for 13 years, since 26 Nov 2009 (via @twi_age). 01:00:51 AM Dezember 13, 2022 von &s @askewa folgen Neueste Beiträge Baselitz‘ WeltI likePrivate Sales, ein SchattenspielAdieu John BergerTalk mit Jacqueline Burckhardt Blogroll FAQNews-BlogPop MattersRevue 21Support ForumWordPress-Planet Themen Ai Weiwei Amerika Andy Warhol Aphrodite Ascona Baron Heinrich Thyssen Basel Biennale Venedig Bird’s Nest Caravaggio China Fischli/Weiss Fondation Beyeler Frank Gehry Georg Baselitz Gerhard Richter Ghirlandaio Gstaad Gurlitt Gustav Klimt Harald Szeemann Keanu Reeves Kunst Kunstmuseum Basel Louise Bourgeois Maja Hoffmann Maria Lassnig Marlene Dumas Melinda Nadj Abonji Monte Verità Nachtkritik Oprah Winfrey Pipilotti Rist Schweizer Architektur Schweizer Film Schweizer Kunst Schweizer Literatur Shakespeare Simon de Pury Thomas Hirschhorn Ugo Rondinone Urs Fischer Valentin Carron Warhol

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Viktors Grosser Kanton

Viktors Grosser Kanton 30. April 2013 @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! I have been on Twitter for 13 years, since 26 Nov 2009 (via @twi_age). 01:00:51 AM Dezember 13, 2022 von &s @askewa folgen Neueste Beiträge Baselitz‘ WeltI likePrivate Sales, ein SchattenspielAdieu John BergerTalk mit Jacqueline Burckhardt Blogroll FAQNews-BlogPop MattersRevue 21Support ForumWordPress-Planet Themen Ai Weiwei Amerika Andy Warhol Aphrodite Ascona Baron Heinrich Thyssen Basel Biennale Venedig Bird’s Nest Caravaggio China Fischli/Weiss Fondation Beyeler Frank Gehry Georg Baselitz Gerhard Richter Ghirlandaio Gstaad Gurlitt Gustav Klimt Harald Szeemann Keanu Reeves Kunst Kunstmuseum Basel Louise Bourgeois Maja Hoffmann Maria Lassnig Marlene Dumas Melinda Nadj Abonji Monte Verità Nachtkritik Oprah Winfrey Pipilotti Rist Schweizer Architektur Schweizer Film Schweizer Kunst Schweizer Literatur Shakespeare Simon de Pury Thomas Hirschhorn Ugo Rondinone Urs Fischer Valentin Carron Warhol Weltwoche Previous PostNext Post Schreibe einen Kommentar Cancel Reply Logged in as Ewa Hess. Edit your profile. Log out? Required fields are marked * Message*

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Yang Fudong, Videodichter

Yang Fudong, Videodichter Ewa Hess | 7. April 2013 – 18:56 Yang Fudong ist der grosse Träumer unter Chinas Kunststars. In seinen hypnotischen Videos lungern junge Menschen in malerischen Gärten herum. Oder sie spazieren in Städten. Sie sind erregt, doch ziellos. Eine abgeklärte Weltmüdigkeit haftet den mandeläugigen Gesichtern an, es ist, als ob sie sich ihre Zeit nur vertrieben. Worauf warten sie? Das erste Mal traf ich Yang Fudong in Shanghai, im Herbst 2007. Ich besuchte ihn in seiner Wohnung und wir sprachen über den dritten Teil seines Video-Poems «Seven Intellectuals in a Bamboo Forest». Frühling 2013 treffe ich ihn wieder, in der Kunsthalle Zürich, er ist hier zur Eröffnung seiner grossen Retrospektive gekommen. Seine langen Haare sind ein bisschen grau geworden, doch er ist der gleiche ernste und sanfte Mann. Er spricht leise, fast ohne den Mund aufzumachen, und lächelt manchmal schalkhaft. Yang Fudong, 41, die Frisur mit Mittelscheitel bildet einen Rahmen für sein sanftes Buddha-Gesicht, beantwortet die Frage in der Kaffeeküche der Kunsthalle Zürich mit einem rätselhaften Lächeln. Und spricht leise vage Sätze wie: «Auch ein Künstler kann die soziale Wirklichkeit seines Landes nicht ausblenden.» Es stimmt, die Wirklichkeit Chinas ist in diesen Videos ebenso allgegenwärtig wie die Sehnsucht nach Schönheit. Eine Fotoserie etwa zeigt eine Dame, wie sie in Begleitung ihrer Verehrer den berüchtigten Shanghaier Club M besucht. Die Bilder in Schwarzweiss evozieren die Romantik der Gangsterfilme aus den 1920er-Jahren. Und doch erzählen sie auch von der existenziellen Leere des heutigen Geldadels. Den Saal daneben füllt – welcher Kontrast! – die erschütternde Installation «East of Que Village», die der Künstler in seiner Heimatgegend bei Bejing filmte (er wohnt jetzt in Shanghai). Auf den Monitoren der Installation tanzt der Wind, das Dorf Que ist verlassen und öde. Heimatlose Hunde, voll schwärender Wunden, laufen hier herum, nagen an Gerippen, beäugen magere Kühe. Auch hier Entwurzelung, Verlorenheit, unstillbarer Hunger – es stellen sich überraschenderweise ähnliche Gefühle ein wie beim Betrachten der Bilder von reichen Clubbern. Die Ausstellung, welche die Zürcher Kunstinstitution dem begehrten Videodichter einrichtete, ist die erste dieser Grösse im Westen. Dennoch ist es keine Retrospektive, wie Co-Kurator Philippe Pirotte erklärt. Das berühmteste Werk etwa ist weggelassen worden, «weil man es schon zu gut kennt». Mit jenem Werk, «Seven Intellectuals in a Bamboo Forest», ist Yang Fudong erst richtig bekannt geworden. Das mehrteilige Epos war das Highlight der Venedig-Biennale von 2007 und hat mit seiner Nouvelle-Vague-Anmutung das westliche Publikum erobert. Yang Fudongs jüngst fertig gestelltes Video für das Modehaus Prada lebt von ähnlicher Ästhetik. Nebst alten chinesischen Quellen (etwa der Geschichte über taoistische Weisen, die sich im 3. Jahrhundert von der Vulgarität des Stadtlebens in ein Bambuswäldchen zurückziehen) ist Yang Fudong auch von westlichen Vorbildern beeinflusst, vor allem von den Filmemachern, etwa Jean-Luc Godard oder Jim Jarmush. Zunächst ohne ihre Filme zu sehen – denn den Kunststudenten war in den 80er-Jahren ein Blick auf die verbotenen Früchte der westlichen Kultur nicht erlaubt. Sie stellten sich Filme, von welchen sie gehört hatten, aber lebhaft vor. Die spätere Begegnung mit den echten «A bout du souffle» oder «Stranger Than Paradise» war schön, wenn auch verwirrend. Die Zürcher Schau überrascht vor allem mit der Entdeckung von Yang Fudongs Humor. Die Groteske traut man dem ernsten Poeten weniger zu – und doch begegnet man ihr hier, vor allem in den früheren Werken. Etwa in der Auftragsarbeit für Siemens aus dem Jahr 2003, in der der Künstler die Idee der Corporate Identity mit Anzügen verhöhnt, welche die Angestellten zusammenzippen oder verknoten. Ein aufmüpfiger Witz im Stil Ai Weiweis blitzt in weiteren Werken auf. «The First Intellectual» etwa zeigt einen properen jungen Mann mit Anzug, Brille und Aktenköfferchen, der sich leicht linkisch anschickt, einen Pflasterstein zu schmeissen. Zu seiner künstlerischen Zukunft befragt, antwortet Yang Fudong gewohnt vieldeutig. Er werde weiterhin disparate Protagonisten wie Hunde und Clubgänger mit der Kamera verfolgen, kündigt er an. Die Ausbreitung des Bilds im Raum, also Videoinstallation, werde aber eine kleinere Rolle in seinem Werk spielen. Er wolle fortan eher «Freestyle Cinema» machen. Weitere Details werden – sanft lächelnd – nicht verraten. Yang Fudong, «Estranged Paradise», Kunsthalle Zürich, bis 26.5.   Publiziert in der SonntagsZeitung am 07.04.2013   About Ewa HessSwiss journalist, Editor Arts @Sonntagszeitung, ZürichView all posts by Ewa Hess » @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! 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Die besten Richards III

Die besten Richards III Ewa Hess | 6. Februar 2013 – 22:18 Es sind nicht die Knochen, welche einen Monarchen ausmachen. Die besten Richards sind jene, die unser Denken regieren. Also: 1. Al Pacino in «Looking for Richard». Eine rastlose, halb dokumentraische Suche nach Shakespeares Geheimnis, nach dem Abfgrund von Richards Herz, nach der Essenz der Schauspielerei. 2. Frederick Warde im Stummfilm von 1912, der angeblich der älteste erhaltene amerikanische Film sein soll. Schon damals ein Brite, der von New York aus die Welt erobert. Wird zum vorbild aller Richards – dabei ist der Film ja stumm! So beredt können wortlose Monologe sein. 3. Laurence Olivier natürlich, der Shakespeare rezitieren kann, als ob er sein Mittagsmenü erzählen würde, zwanglos, charmant. 4. Ian McKellen in Uniform, in einem protofaschistischen England der 30-er Jahre. Eine böse, erschreckende Interpretation, in der der spätere Gandalf einen reptilienartigen Charme entwickelt. 5. Peter Selters, wie er Laurence Olivier nachäfft, und den grossen Richard-Monolog mit dem Songtext von Beatles‘ «Hard Day’s Night” rezitiert. About Ewa HessSwiss journalist, Editor Arts @Sonntagszeitung, ZürichView all posts by Ewa Hess » @askewa @PSPresseschau Wunderbares textlein 🍀 thx 4 sharing 08:10:37 PM Mai 30, 2023 von &s in Antwort auf PSPresseschau@GESDA Hackathon 4 the future – Open Quantum Institute in the making. Impressive! https://t.co/hWBdlsEFkd 09:35:19 AM Mai 07, 2023 von &s in Antwort auf GesdaIt’s my #Twitterversary! I have been on Twitter for 13 years, since 26 Nov 2009 (via @twi_age). 01:00:51 AM Dezember 13, 2022 von &s @askewa folgen Neueste Beiträge Baselitz‘ WeltI likePrivate Sales, ein SchattenspielAdieu John BergerTalk mit Jacqueline Burckhardt Blogroll FAQNews-BlogPop MattersRevue 21Support ForumWordPress-Planet Themen Ai Weiwei Amerika Andy Warhol Aphrodite Ascona Baron Heinrich Thyssen Basel Biennale Venedig Bird’s Nest Caravaggio China Fischli/Weiss Fondation Beyeler Frank Gehry Georg Baselitz Gerhard Richter Ghirlandaio Gstaad Gurlitt Gustav Klimt Harald Szeemann Keanu Reeves Kunst Kunstmuseum Basel Louise Bourgeois Maja Hoffmann Maria Lassnig Marlene Dumas Melinda Nadj Abonji Monte Verità Nachtkritik Oprah Winfrey Pipilotti Rist Schweizer Architektur Schweizer Film Schweizer Kunst Schweizer Literatur Shakespeare Simon de Pury Thomas Hirschhorn Ugo Rondinone Urs Fischer Valentin Carron Warhol Weltwoche Next Post Schreibe einen Kommentar Cancel Reply Logged in as Ewa Hess. Edit your profile. Log out? Required fields are marked * Message*

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